Die Thailänder sind trotz ihres Unscheinbaren Auftretens und freundlichen Ausstrahlung, da sie ständig am Grinsen sind und es den Anschein macht, als würde es immer etwas zu lachen geben, ein sehr stolzes und hilfsbereites Volk, ausgeglichen und zielorientiert. Diese positiven Eigenschaften sind auch auf ihren Nationalsport "Muay-Thai" (Thaiboxen) zurückzuführen.
In der Vergangenheit hat es wenige Vertreter anderer Kampfkünste gegeben, die in der Lage waren, einen Thaiboxer im Kampf zu besiegen,ob es nun berühmte Zehnkämpfer des Nae Khamon Tom, vor mehr als 200 Jahren oder in jüngerer Zeit die Vergleichskämpfe zwischen Kung Fu Kämpfern, Karatekas (e.t.c.) und Thaiboxern waren. Doch woran lag es, das die Thaiboxer in den meisten Fällen die Sieger waren ? In anderen Kampfkunstarten gab es doch auch Faust, Fuß, Knie und Ellenbogentechniken, man könnte sicherlich viele Gründe aufführen, um dies deutlich zu machen. Ein Hauptgrund für die Überlegenheit des Muay -Thai (Thaiboxen) ist mit Garantie das intensive Training und der dazu gehörige Kampfgeist der unweigerlich ins Leben gerufen wird! Ein richtiger Thaiboxer trainiert 2 bis 3 mal täglich, angefangen vom Joggen, Schwimmen, etc. Gerätetraining (Pratzen und Sandsack), bis hin zum Sparring. Man hat bisher noch kein vergleichbares Training in anderen Kampfkünsten beobachten können, das (mit Ausnahme des Profi Boxens welches ebenso, jedoch lediglich) so ein gutes Konditionstraining, sowie ausgiebiges Sparring im Training integriert hat. Einem Thaiboxprofi steht soviel Trainingszeit zur Verfügung wie er benötigt, um sich für einen Kampf vorzubereiten. In anderen Kampfskunstarten gibt es wenige Kämpfer, die wirkliche Profis sind. Viele müssen neben ihrem Training hart arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Im Falle der Thais, ist dies in den meisten Fällen etwas anders. Für sie ist es oft die einzige Möglichkeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder die Familie zu unterstützen. Manche junge Thais leben von Beginn ihrer Trainingszeit sogar in Camps und teilen ihr Dach über dem Kopf mit anderen Kämpfern. Ein Teil ihrer Erlöse vom Kampf fließt dafür in die Schule, im Gegenzug wird für sie ausreichend gesorgt. Eine andere Begründung für die Überlegenheit des Muay -Thai ist auch die Tatsache, das bei dieser Kampfkunst alle unnötigen Bewegungen und Showtechniken wegfallen. Muay -Thai (Thaiboxen) ist im Laufe der Jahrhunderte sehr herangereift. Da im Krieg mit Nachbarvölkern oft Notstand herrschte und es an "guten Waffen" mangelte, blieb ihnen oft nichts anderes übrig als sich im Zweikampf, alleine mit dem Körper durchzusetzen. Die Thais konnten hier nur wirklich nützliche Techniken einsetzen, um zu überleben. Das zeigte sich auch wie gesagt bei Vergleichskämpfen mit Kämpfern anderer Kampfkünste. Oft dauerten diese Kämpfe nicht länger als eine Runde. Auch in Europa mussten die ersten Thaiboxer ende der 70er und anfang der 80er Jahre die bittere Erfahrung machen, das die Trainingsmethoden der Thailänder bei weitem fortgeschrittener waren, als die für damals mangelhaft entwickelten Methoden in Europa. So wurde ihnen schnell klar, das das Trainingssystem dem der Thais anzupassen ist, um ein ordentlicher Thaiboxer zu werden, und letztendlich siegreich zu sein ! Die Zusammenarbeit zwischen Europa und Thailand hat den Fortschritt des Muay -Thai in Europa bei weitem vorangetrieben. In der Vergangenheit jedoch mussten viele Ausländer in Thailand feststellen, das dieses Training und die Art zu kämpfen nicht unterschätz werden darf. Dies erkannten auch die Japaner, und übernahmen das Muay -Thai, welches in Japan Shin Kakuto Jutsu genannt wird und bildeten ehemalige Karatekas aus.
Muay -Thai (Thaiboxen) ist mehr als nur ein Sport, es ist eine Kampfkunst oder besser gesagt eine über 2000 Jahre alte Kriegskunst aus Siam (so der Name Thailands damals). Der Einsatz von Ellenbogen, Knien, Schienbeinen, ist den üblichen Techniken anderer Kampfkünste welche lediglich aus Faust und Fußtechniken besteht einen erheblichen Schritt voraus. Außerdem ist das Clinchen beim Muay -Thai grundsätzlich üblich. (Clinchen bedeutet grob übersetzt, das halten des Gegners, um ihn mit Knie und Ellbogentechniken zu traktieren). Auch das zu Boden bringen des Gegners, sowie das festhalten von Armen und Beinen, bleibt nicht aus.
Doch Muay-Thai hat etwas gravierendes mit anderen Kampfkünsten gemeinsam, sehr viel Tradition, Disziplin und die Vereinigung von Geist und Körper, denn nur so kann das Zentrum und der daraus resultierende Erfolg einer solchen Kunst erreicht werden. "The Fightingspirit of Muay -Thai" ist ein Leitwort dieser Kunst und die Thais sagen nicht grundlos :
" Nichts als unsere eigene Kampfkunst kann uns besiegen !"